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ECR als Erfolgsschlüssel für die Zukunft - Gemeinsam innovativ sein

Die Welt wird immer komplexer. Die Digitalisierung sowie sich wandelnde Kundenwünsche verändern Märkte, Branchen und Unternehmen. Um den Herausforderungen begegnen zu können, gilt es zu handeln – und zwar gemeinsam. Kooperation ist der Schlüssel zur Zukunft.

Kooperative Ansätze gibt es in der Konsumgüterindustrie mit dem Efficient Consumer Response- Von künstlicher Intelligenz über das Internet der Dinge bis Blockchain: Der technische Fortschritt im digitalen Zeitalter verläuft nicht mehr linear, sondern exponentiell. Customer Centricity treibt Unternehmen zu immer neuen Produktinnovationen und Services an, und On- und Offlinewelt verschmelzen zu Omni-Channel. Denn Produktqualität alleine reicht nicht mehr aus. Der Verbraucher erwartet mehr. Nie zuvor folgten technologische Entwicklungen rasanter aufeinander, nie waren der technische Wandel größer und die Umwälzungen für Gesellschaft und Wirtschaft drastischer. Im Spannungsfeld zwischen etablierten Systemen, Technologiefortschritt und Kundenwünschen gilt es Antworten auf diese rasant steigende Marktdynamik und den stets wachsenden Grad an Komplexität zu finden. Starre Geschäftspläne funktionieren nicht mehr. Gefragt sind Agilität und Flexibilität. Wir leben und arbeiten in einer Welt, die geprägt ist durch Flüchtigkeit, Ungewissheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit. Kurz: Die VUCA-Welt (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) stellt Unternehmen vor große Herausforderungen.

Gemeinsam innovativ zu sein ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg und um diesen Herausforderungen begegnen zu können. Es gilt Wissen und Lösungen mit anderen zu teilen, verschiedene Sichtweisen zusammenzubringen, voneinander zu profitieren und miteinander zu wachsen. Dabei ist der Kollaborationsansatz noch nicht mal eine Erfindung des Digitalzeitalters – und heute doch aktueller denn je: Laut Digitalverband Bitkom kooperieren bereits zwei Drittel der deutschen Großkonzerne mit innovativen Start-ups. Aber auch etablierte Unternehmen gehen miteinander Partnerschaften ein – teils mit Wettbewerbern, wie die beiden Automobilhersteller Daimler und BMW, die ihre Carsharing-Dienste Car2go und DriveNow zusammenlegen, oder die Kooperation zwischen Volkswagen und dem Elektroauto-Hersteller eGo.

Netzwerkökonomie der Zukunft

Doch wohin geht die Reise nun ganz konkret? Gemeinsam mit Branchenexperten und Partnern hat GS1 Germany im vergangenen Jahr sieben Zukunftsszenarien für das Jahr 2025 erarbeitet. Sie zeigen, vor welchen Herausforderungen die Konsumgüterbranche angesichts der sich permanent wandelnden Marktgegebenheiten steht, wie diese bewerkstelligt werden können und wie die Einkaufswelt der Zukunft sich gestaltet. Werfen wir einen Blick darauf:

Die wohl wesentlichste Erkenntnis ist, dass der Shopper mit seinen Wertvorstellungen, Bedürfnissen und Verhaltensweisen im Jahr 2025 noch stärker als heute der zentrale Einflussfaktor in der Konsumgüterwelt ist. Er ist das Maß aller Dinge. Starke Marken und Produktqualität allein sind keine Garantie für langfristigen Erfolg. Aufstrebende Unternehmen denken Wertschöpfung komplett neu und die Digitalisierung treibt Marktverschiebungen in Richtung netzwerk- und plattformorientierter Geschäftsmodelle voran. Diejenigen, die dies ignorieren, setzen ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel. Denn wer kollaborativ agiert, ist klar im Vorteil: Ein Netzwerk von Vielen kann schneller und effizienter auf die Bedürfnisse der Kunden reagieren als ein einzelnes Unternehmen. Ressourcen, Daten und Know-how lassen sich gezielt einsetzen. Vorausgesetzt, die unternehmensübergreifenden Prozesse funktionieren reibungslos. Unabdingbar für erfolgreiche Wertschöpfungsnetzwerke ist darum die Nutzung einer gemeinsamen Sprache in Form von Identifikations-, Kommunikations- und Prozessstandards. Sie machen eine effiziente, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit innerhalb einer hoch entwickelten digitalen Infrastruktur, die im Jahr 2025 unter anderem Cloud-Technologien und dezentralisierte Datenströme beinhaltet, erst möglich.

ECR-Konzept aktueller denn je

Kooperative Ansätze gibt es in der Konsumgüterindustrie mit dem Efficient Consumer Response-Begriff bereits seit den 90er Jahren. Hierbei geht es konkret um Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette im Sinne des Kunden. Das Konzept stellt ihn als Ausgangs- und Orientierungspunkt in den Mittelpunkt aller Handlungen. Schulter an Schulter fragen Händler und Hersteller nach seinen Bedürfnissen mit dem gemeinsamen Ziel, den Kundennutzen zu erhöhen und die Wertschöpfung zu steigern – von der Produktion bis zum Verkauf. Spezielle Methoden beispielsweise aus dem Supply Chain Management sowie Category Management helfen seit jeher erfolgreich bei der Umsetzung. Somit wissen wir eigentlich schon sehr lange, dass sich Kundenwünsche gemeinsam besser erfüllen lassen. Doch in der VUCA-Welt wächst der Kerngedanke des ECR-Konzepts von einem Schlüssel für Wettbewerbsvorteile zur notwendigen Voraussetzung heran. ECR ist aktueller denn je. Vor diesem Hintergrund ist GS1 Germany als Partner der Wirtschaft – ganz im Sinne des ECR-Gedankens – seit fast 50 Jahren die Plattform für Austausch und Kollaboration von Unternehmen – von Händlern, Herstellern und Dienstleistern, auch von Wettbewerbern. Auf unserem Kongress für die Konsumgüterbranche, dem ECR Tag, kommen die Akteure seit 20 Jahren regelmäßig zusammen, tauschen sich aus, lernen voneinander und lassen sich inspirieren. Auch in diesem Jahr werden erfolgreiche Kooperationen im Mittelpunkt stehen, ebenso wie Branchenthemen und Zukunftstrends wie Internet of Things, Blockchain, Künstliche Intelligenz und Datenqualität.

So schnell sich unsere Lebens- und Arbeitswelt auch heute wandelt – und sie wird es zukünftig noch rasanter tun – so existiert doch eine Konstante: Kooperationen waren und sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg und werden zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen, um im Markt bestehen zu können. Darum gilt es jetzt umzudenken, zu lernen, sich zu transformieren – und zwar am besten gemeinsam.

Portrait Thomas Fell

Thomas Fell
CEO GS1 Germany GmbH